Gänge, die mich beeindruckt haben:

Ich habe mir überlegt,welche Gerichte mir einfallen, wenn ich mich an große Momente und außergewöhnliche Köche erinnere:

Joachim Wissler *** – Bergischer Steingarten: „Das Gericht,“ so der Meister selbst in einem Interview, „erinnert mich an den Garten meiner Mutter. Zwischen den Findlingen, auf den kleinen Terrassen, wuchsen Wildkräuter. Die bringen faszinierenden neuen Geschmack hervor: würzig-pfeffrig, blumig-scharf, erdig-bitter oder prickelnd wie Brause.“

Es war der erste Gruß aus der Küche beim ersten Besuch im Dreisterner. Natürlich habe ich dort noch weitere Höhepunkte erlebt - und neben der Küche wunderbaren Service und Getränke erlebt.

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Wir haben im Sonnora fast immer das Tagesmenü genommen. Aber einmal haben wir uns selber ein Menü zusammen gestellt. Diese Vorspeise war die Spitze unter vielen großartigen Momenten.

Helmut Thieltges *** – Rinderfilet-Tatar-Torte mit Kaviar auf Kartoffelrösti: Rinderfilet, Kartoffeln, Kaviar, Crème double, Kapern, Eigelb, Schalotten, Petersilie, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer

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Wachtel-Nugget, Chutney im Ox & klee **, Köln - Der Besuch war zwei Tage nach dem Erfolg bei Michelin.

    

Der Koch hatte an Fastfood der bekannten amerikanischen Ketten gedacht. Bei Nuggets denke ich auch sofort an frittierte Geflügelhappen von McDonald’s zum Beispiel oder die Tiefkühltruhe im Supermarkt. Beim Servieren wurde das noch bestärkt, denn das Gericht war auf einem Teller in einer Pappschale untergebracht.

Als ich den Deckel öffnete, erinnerte mich der Anblick an einen kleinen Apfel, der in Paniermehl frittiert worden war. Doch weit gefehlt! Denn der vermeintliche Apfelstiel war ein Knöchlein der Wachtel – nicht eingesteckt, sondern aus dem „gewachsenen“ Tier. Weil das Innere sehr heiß sei, sollten wir lieber nicht den Knochen greifen und einfach hineinbeißen, sondern lieber den Ballen mit dem Messer aufschneiden. Ein guter Hinweis: So konnte ich eine Verbrennung der Zunge und Mundhöhle vermeiden und gleichzeitig die herrliche Füllung sehen. Die Sauce war scharf-pikant, so wie das wohl für Indien üblich ist. Doch die Würzung war für mich genau noch angenehm und zusätzlich köstlich.

Das Fleisch war durch die Panade bzw. Panierung innen sehr saftig und außen herrlich kross ummantelt. Die Schärfe der leicht flüssigen Füllung ergab für mich sehr ansprechende Geschmacksmomente am Gaumen.

Ich war von diesem Gericht absolut begeistert.

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Wilbrand-Brüder * – Variation vom Bergischen Bachsaibling - Gurkenmousse | Kräutersalat | Dippekuchen

Die Post in Odenthal wurde für uns die Adresse mit den meisten Besuchen. Die Küche macht mit regionalen und mediterranen Gerichten uns immer wieder Freude. Der Bachsaibling hat dabei von Anfang an überzeugt und erfreut.

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Ulrich Heldmann * - Westfälischer Pfefferpotthast & Rinderfilet / Kartoffeln / Essig-Gurke / Zwiebeln / Rote Bete

Auch im Remscheid haben wir viele prächtige Gerichte verkostet. In der Phase als neben Ulrich Heldmann noch Tobias Rocholl in der Küche stand, haben mir die Speisen besonders zugesagt.

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Im Lokal "Bizim" in Köln in der Weidengasse hatten wir einen schönen Abend. Besonders der Nachtisch hat mir großartig geschmeckt.

Enis Akisik - Variationen von Crème brûlée: zum Beispiel mit Kakao und Chicorée oder mit Basilikum und Estragon gewürzt und dazu das Joghurt-Eis

 

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Der Begriff "Lieblingslokal" ist dabei weit gefasst. Ich gehe dort nicht unbedingt häufig essen, aber mir gefallen die Speisen besonders - und ein paar Mal war ich schon dort jeweils zu Gast.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis:

  • "Vendome" in Bensberg

Joachim Wissler zeigt bei jedem Besuch neue Facetten seines Könnens. Für ihn gilt sicher die Formel "panta rhei" (griechisch πάντα ῥεῖ, „Alles fließt“) in besonderem Maße.

Was vor dem Menü bereits alles aufgetischt wird, ist mit dem Begriff „Gruß aus der Küche“ nicht zu fassen. Es sind „unzählige“ herrliche Dinge und wunderschöne Bilder. Als Beispiel habe ich das Bild der Bachkrebse ausgewählt.

Aber 2021 wurde der Lunch abgeschafft. Es gibt nur noch fünf Zeiten am Abend in denen Das Haus öffnet. Auch die Menü-Preise sind in die Höhe geschossen.

Ob ich also weiterhin gelegentlich hier einkehre, ist sehr fraglich. Schade, aber eine Tatsache. - Es bleiben jedoch schöne Erinnerungen.

 

(Vendome, Fluss-Krebse)

  • "Post" in Odenthal

Dieses Restaurant habe ich bisher am meisten aufgesucht. Leider wird es in der Woche nicht mehr mittags geöffnet. Die Nachspeisen sind hervorzuheben. Aber auch Fisch und Fleisch gelingen auf hohem Niveau. Das "Fastenessen" am Aschermittwoch ist für mich eine besondere Freude.

Rücken und Haxe vom bergischen Reh | Pfifferlinge | Birne | Melone | Kartoffeln

Die Teile vom Reh hatten einen würzigen Geschmack; das Kurzbratstück war rosa gebraten und die Haxe war gründlich geschmort. So hatten ich zwei unterschiedliche Fleischerlebnisse. Die zerquetschten Kartoffeln waren zu eine Paste verarbeitet, die bebacken oder frittiert wurde. Die „Türmchen“ waren außergewöhnlich lecker. Melone, Birne und Pilze fügten sich gut dazu.

(Post, Reh-Variationen)
 
  • Osteria del Corso in Bergisch Gladbach

Diese italienische Lokation hat uns mit Fisch, Fleisch, Innereien, Pasta und Pizza überzeugt. Doch auch hier fällt zur Zeit der Mittagstisch aus.

gemischte Vorspeisen

  • Bey Oğlu in Bergisch Gladbach

Dieses Kebaphaus hat uns mit seinen üppigen Grillgerichten überzeugt. Die Öffnungszeiten sind für uns attraktiv, denn es ist auch mittags offen.

Platte für zwei Personen; dazu kommen diverse Beilagen und Brot

  • Gasthaus Schwäke in Bergisch Gladbach

Wir fanden den Mittagstisch ansprechend (drei kleine Gänge, täglich wechselnd - feine Getränke). Doch auch hier wird in der Woche nur noch abends geöffnet - und die Preise mussten wohl auch angehoben werden. Mals sehen, ob sich das für uns negativ auswirkt. Die Küche ist aber schon überzeugend.

Hauptgang: Steak, Bohnen, Gemüse und Püree

  • Grappolo d´Oro  in Bergisch Gladbach

Mittags gibt es hier noch immer feine Gerichte. Daher ein Ort für uns.

Hauptgang: Iberico Kotelett in Estragon-Pfefffer-Jus mit Rosmarinkartoffeln und Kenia-Bohnen

 

In NRW:

In Remscheid:

  • "Heldmann" in der Concordia

Dieses Restaurant hat noch mittags geöffnet (für mich schon ein Plus-Punkt) und ist in einer schönen Villa untergebracht. Ulrich Heldmann und Tobias Rocholl bieten eine Aromenküche mit vielen Produkten aus der Region an.

(Concordia, Seeteufel)
 

In Köln:

  • neoBiota, Nähe Rudolfplatz

Ein Frühstück in Köln sollte im kleinen Bistro an der Brinkgasse stattfinden.


Drei Gänge aus der Karte machen satt und glücklich.

  • astrein, Nähe Hansaring

 

Auch hier wird mittags geöffnet, was ich sehr gerne nutze. Es gibt auch ein vegetarisches Menü.

Seit Corona fällt der Lunch aus - er ist im "Schlaf". Vielleicht wird das Restaurant aber zurück zu den alten Zeiten gelangen.

Wiesen-Champignon-Ragout mit Semmelknödeln und Krause-Glucke-Pilzen

 

  • Brauhäuser: "Lommerzheim", Deutz - Nähe Bahnhof; "Schreckenskammer" - Nähe St. Ursula; "Malzmühle", Heumarkt; Sünner im Walfisch - Altstadt
(Brauhaus Malzmühle)
  • Bars

Seiberts, zwischen Friesen- und Rudolfplatz

Bar Rix, zwischen Friesen- und Rudolfplatz

 

In Deutschland:

  • "Sonnora", Dreis

Für mich die französische Küche in Perfektion. Wir haben jedoch nur Erfahrungen aus der Zeit mit Helmut Thieltges.

Als ein Beispiel aus unzähligen Möglichkeiten:

Gebratene St. Jakobsmuscheln aus Dieppe auf in Eiswein glaciertem Chicorée

Jakobsmuscheln mag ich grundsätzlich sehr gerne und esse sie öfter. Diese waren aber etwas ganz Besonderes: Ist es die Qualität des Produkts, die Würze, die Technik des Garens? Ich weiß es nicht, muss es auch nicht; denn nur das Ergebnis zählt. Die feinen Chicorée-Späne unter den Muscheln schmecken prächtig dazu.

Wintricher Ohligsberg, Riesling feinherb von Haart, Mosel begleitete dies Gericht.

(Sonnora, Jakobsmuschel)


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